Archive for the 'de – Naturschutz' Category
TOTES JAVA-NASHORN IN VIETNAM:
TIERART AUF ASIATISCHEM FESTLAND AUSGESTORBEN?
Das Skelett eines toten Java-Nashorns wurde im vietnamesischen Cat
Tien Nationalpark in der Lam Dong Provinz entdeckt. Wie eine
Untersuchung der Umweltschutzorganisation WWF und der örtlichen
Naturschutzbehörden ergeben hat, wurde das Tier von Wilderern
erschossen und das wertvolle Horn nach dem Tod herausgerissen. Auf
dem asiatischen Festland leben höchstens noch zehn der seltenen
Großsäuger. “Es ist unklar, ob es überhaupt noch
Java-Nashörner in Vietnam gibt”, sagt WWF-Experte Martin Geiger.
Der Fund sei eine niederschmetternde Nachricht für die
verzweifelten Schutzbemühungen und leider symbolisch für die
Situation charismatischer Säugetierarten in ganz Asien.
“Egal ob Tiger, Nashorn oder Asiatischer Elefant, der enorme Hunger
nach Produkten aus Elfenbein, Horn oder Knochen setzt diesen
Tierarten weiter zu”, sagt Martin Geiger. Zwar seien Verkauf und
Erwerb illegal, doch der Schwarzmarkt floriert. Vor allem in China,
wo sich trotz Aufklärungsbemühung seitens des Verbands der
Traditionellen Asiatischen Medizin (TCM) ein weitverbreiteter
Volksglaube hält, der den Medizinprodukten aus Tigerknochen oder
Nashorn eine heilende Wirkung zuschreibt.
Das Java-Nashorn galt auf dem asiatischen Festland bereits als
ausgestorben, bis im Jahr 1988 ein Tier in Vietnam von Jägern
erlegt wurde. Die WWF-Experten vermuten, dass weniger als zehn
Exemplare dieser Unterart in einem kleinen Regenwaldgebiet in
Südvietnam überlebt haben. Grund für die dramatische Ausrottung
der Nashörner sind Wilderei und Lebensraumverlust. Nur auf der
Insel Java gibt es noch einen weiteren, überschaubaren Bestand von
rund fünfzig Tieren. Weltweit lebt derzeit kein Java-Nashorn in
Gefangenschaft. “Sollte diese Art also in der Wildnis aussterben,
wäre sie für immer von der Erde verschwunden”, warnt WWF-Experte
Martin Geiger.
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WWF-STUDIE: TIGER DER SUNDARBANS DURCH WILDEREI, WALDRODUNG UND KLIMAWANDEL BEDROHT
Eine der größten Tiger-Populationen der Welt könnte bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein. Ihr Lebensraum, die Mangrovenwälder an der Küste von Bangladesch, ist nach den Ergebnissen einer vom WWF geleiteten Studie durch den vom Klimawandel verursachten Anstieg des Meeresspiegels bedroht.
“Wenn wir die Auswirkungen des Klimawandels nicht in den Griff bekommen, werden die Tiger in den Sundarbans nur mit Tauchausrüstung überleben können”, erklärt WWF-Tigerexperte Volker Homes. Auch wenn Tiger sowohl in den im Winter schneereichen Wäldern Russlands als auch im tropischen Regenwald überleben können. “Der von Wissenschaftlern prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels würde die Anpassungsfähigkeit des Tigers mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überstrapazieren”, so Homes.
Wenn nicht sofort Schutzmaßnahmen ergriffen werden, könnten die Mangroven-Wälder mit all ihren Naturschätzen, die Millionen
Menschen ernähren, innerhalb der nächsten 50 bis 90 Jahre untergehen, so das Ergebnis der Studie, die im “Climatic Change” Journal erschienen ist. Ein Anstieg des Meeresspiegels um 28 cm über den Stand des Jahres 2000 würde 96 Prozent des Tiger-Lebensraumes zerstören und die Population auf wenige Exemplare minimieren.
Tiger sind weltweit bereits durch Wilderei und die Abholzung der Wälder bedroht. Ihr Verbreitungsgebiet ist im letzten Jahrzehnt um 40 Prozent geschrumpft. “Tiger werden für ihr Fell gejagt, ihre Knochen werden illegal für die traditionelle asiatische Medizin genutzt und jetzt werden sie auch noch von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht”, so Homes. “Wir befürchten, dass diese Vielzahl an Bedrohungen die majestätische Raubkatze an den Rand des Aussterbens bringen wird.”
Die Sundarbans sind die größten, zusammenhängenden Mangrovenwälder der Erde. Das UNESCO Weltnaturerbe verläuft entlang der Mündung des Ganges in Indien und Bangladesch. Sie sind nicht nur die Heimat für rund 200 Tiger, sondern auch für zahlreiche Arten von Reptilien, Fischen, Vögeln und Säugetieren.
Nach dem chinesischen Kalender beginnt am 14. Februar 2010 das “Jahr des Tigers”. Weltweit gibt es nur noch rund 3200 Tiger in der Wildnis. Die Umweltschutzorganisation hat sich das Ziel gesetzt, die Bestandszahl des Tigers in seinen wichtigsten
Verbreitungsregionen bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln.
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WWF RÄT ZU HERING, MAKRELE ODER MSC-LACHS / FINGER WEG VON AALPRODUKTEN
Hamburg – Rund 16 Kilogramm Fisch verzehrt jeder deutsche
Verbraucher im Jahr. Gerade zur Weihnachtszeit zählt in vielen
deutschen Haushalten Fisch zum Festtagsmenü. Doch längst nicht
jeder Fisch auf dem deutschen Markt stammt aus umweltverträglichem
Fang, warnt der WWF. “Verbraucher sollten auf die Herkunft des
Fisches achten, denn viele Fischereien plündern die Meere”, so
WWF-Expertin Heike Vesper. Weltweit gelten 80% Prozent aller
Fischbestände als zu stark oder bis an die Grenzen ausgebeutet.
“Wir raten, nur Fisch zu kaufen, der schonend gefangen wird und
aus gesunden Beständen kommt”, so Vesper. Zur Orientierung
sollten Verbraucher beim Fischkauf auf das blaue Siegel des MSC
(Marine Stewardship Council) achten. Das Zeichen garantiert eine
umweltfreundliche Fischerei.
Bei dem zu Weihnachten so beliebten Lachs empfiehlt der WWF, genau
hinzuschauen. “Tiefkühllachs mit dem MSC-Siegel oder Lachs aus
Bio-Zucht ist in Ordnung. Auf konventionellen Lachs sollte man
hingegen besser verzichten”, rät Vesper. Aufgrund der massiven
ökologischen Schäden der rasant wachsenden Aquakultur-Industrie
ist nach Ansicht des WWF nur Zuchtlachs mit Bio-Zertifikat eine
Alternative zu Wildfängen.
Die Weihnachtsdelikatesse Aal gehört gar nicht mehr auf den Teller.
Die Bestände an jungen Aalen sind seit den Achtziger Jahren auf ein
bis neun Prozent ihrer Grüße geschrumpft, so dass diese Fischart
vom Aussterben bedroht ist. Wissenschaftler empfehlen konsequenten
Schutz. “Wer jetzt noch Aal isst, vergreift sich an den letzten
dieser Art. Hier müssen sich Verbraucher und Handel ihrer
Verantwortung bewusst werden” mahnt WWF-Fischereiexpertin Heike
Vesper. Eine aktuelle Umfrage des WWF zeigt, dass mit EDEKA,
Kaufland, Norma, Aldi Süd und Lidl bisher nur fünf
Handelsunternehmen Aal aus ihrem Sortiment genommen haben.
Verbraucher, die diese Unternehmen in Ihrer Entscheidung bestärken
möchten, können bei der WWF “Aal-Retter”- Aktion im Internet
mitmachen.
Um sich an der Fischtheke schneller zu orientieren, stellt die
Umweltstiftung Verbrauchern einen kostenlosen Fischführer zur
Verfügung. Die handliche Einkaufshilfe für die Brieftasche
bewertet 40 handelsübliche Arten nach ökologischen Kriterien.
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Your vote will be presented to world leaders at the COP15 UN climate summit in Copenhagen, telling them to seal a fair and effective climate deal.
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Als einzige Enttäuschung bewertet der WWF den Ausgang der
einwöchigen Sitzung der Kommission zum Schutz des Atlantischen
Tunfischs (ICCAT) in Recife, Brasilien. Die Teilnehmer gingen
auseinander, ohne die notwendigen Maßnahmen zum Schutz des stark
bedrohten Roten Tunfisch zu verabschieden. Die Fangquote für das
kommende Jahr wurde für das Mittelmeer auf 13.500 Tonnen
festgelegt. Das sind rund 6.000 Tonnen weniger als im aktuellen
Fangjahr, aber noch immer viel zu viel, um diesen Bestand zu
stützen. Der WWF sieht deswegen ein Handelsverbot als letzten
Rettungsanker für den Roten Tunfisch. Ein solches soll im März
diskutiert werden.
“Das Ergebnis der Sitzung ist völlig inakzeptabel”, so Karoline
Schacht, Fischereiexpertin beim WWF Deutschland. “Die
verabschiedete Fangmenge entspricht politischer Willkür und hält
keiner wissenschaftlichen Prüfung stand. Wir halten deswegen ein
totales Handelsverbot mehr denn je für unverzichtbar.”
Eine am Rande des Treffens in Recife vorgelegte Studie war zu dem
Ergebnis gekommen, dass selbst eine Reduzierung der Fangquote auf
nur noch 8.000 Tonnen lediglich eine fünfzigprozentige Chance
beinhalte, dass das Überleben des Roten Tunfischs gesichert ist.
Daher ruft WWF die Vertragsstaaten des internationalen
Artenschutzabkommens CITES auf, sich für ein internationales
Handelsverbote und strengere Fangquoten einzusetzen. Es wird
erwartet, dass der Rote Tunfisch bei der nächsten CITES-Tagung im
März 2010 in Doha in die entsprechende Kategorie der
Handelsbeschränkungen (Anhang I) aufgenommen wird.
“Die Fangquoten müssen weit über das kommende Jahr hinaus
reduziert werden, ansonsten ist der Rote Tunfisch nicht mehr zu
retten”, so Karoline Schacht. “Auf ICCAT ist kein Verlass mehr,
diese Kommission schützt den Roten Tunfisch nicht, sondern riskiert
sein Überleben.”

WWF FORDERT FANGSTOP FÜR KOMMERZIELLE FISCHEREI UND SPORTFISCHER
Überfischung ist die Hauptbedrohung für das Überleben des Aals. Allein in Deutschland wurden 2008 fast 2.400 Tonnen Aal verzehrt. Zu Beginn der Aalsaison appelliert der WWF aufgrund des dramatischen Niedergangs des Gesamtbestands an Verbraucher und Politik.
“Jeder Aal auf dem Teller gefährdet das Überleben der gesamten Art. Dabei ist es gleichgültig ob die Tiere in kommerzieller oder Sportfischerei gefangen werden. Es darf keine Ausnahmen mehr geben, wenn wir diesen Fisch nicht ausrotten wollen” sagt Cathrine Zucco, WWF-Fischereiexpertin. Auch Aal aus Aquakultur sei keine Alternative, da hierfür Jungtiere, die sogenannten Glasaale, dem Wildbestand entnommen werden und keine Chance bekommen, sich fortzupflanzen. “Aalzucht ist lediglich Aalmast – jedes entnommene Jungtier fehlt dem Arterhalt” so Catherine Zucco weiter. Auch Besatzmaßnahmen, bei denen Aale als Jungfische gefischt, aufgezogen und als ältere Tiere in Flüsse eingesetzt werden werden von Wissenschaftlern kritisch beurteilt. Es ist ungewiss, ob diese Tiere den Weg zu ihren Laichplätzen in der Sargassosee finden.
Gerade der Glasaal steht unter hohem kommerziellen Druck: Die Preise für ein Kilo – das entspricht ca. 3000 Fischen – liegen bei 600-650 Euro mit Preisspitzen von bis zu 1000 Euro.
Glasaale werden hauptsächlich in Frankreich, Spanien und Portugal für den asiatischen Markt gefangen. Auch Deutschland importiert Glasaal für die kommerzielle Aalproduktion in Aquakulturen zum Verzehr oder für Besatzmaßnahmen.
Aufgrund seines komplexen und von langen Wanderungen geprägten Lebenszyklus ist der Aal doppelt bedroht: Neben der Fischerei stellen auch Flussbebauungen wie Dämme, Wehre und Turbinen tödliche Hindernisse auf der Wanderung durch Europa dar.
Aale schlüpfen in der Sargassosee und durchqueren in einer 5.000 Kilometer langen Wanderung den Atlantik. Als 7 cm lange Glasaale erreichen sie nach ca. drei Jahren Europa, wandern die Flussmündungen hinauf, wo sie im Süsswasser ca. 10-20 Jahre bis zur Geschlechtsreife heranzuwachsen. Um sich ein einziges Mal im Leben zu reproduzieren, kehren die adulten Aale durch Flüsse und Atlantik in die Sargassosee zurück, wo sie nach dem Ablaichen sterben.
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WWF-REPORT: GRAVIERENDE SCHÄDEN FÜR LOKALE BEVÖLKERUNG UND TIERWELT AN MADAGASKARS KÜSTE
Tonnen von Giftmüll, die nach der Havarie eines türkischen Frachters im August vor Madagaskar, ausgetreten sind, haben ein Walsterben und weitreichende Schäden für die Bevölkerung und Umwelt verursacht. Laut eines aktuellen WWF-Reports gleichen einige Strandabschnitte regelrechten Todeszonen. Allein im Monat September strandeten neun Wale an der Küste, an der normalerweise drei tote Wale im Jahr verzeichnet werden. Die Einwohner der Region leiden unter Atemwegserkrankungen, Durchfall und Hautkrankheiten.
39.000 Tonnen Phosphat, 568 Tonnen Öl, 66 Tonnen Diesel und 8000 Liter Schmierstoffe sind aus dem Wrack des verunglückten türkischen Frachter Gulser Ana ins Meer geflossen. Der Unfall ereignete sich zur Wurfzeit in einem Meereskorridor der zur Kinderstube der Buckelwale führt, da die bedrohten Meeressäuger
vor der Insel La Reunion ihre Jungen zur Welt zu bringen. “Wie Menschen auch leiden die Wale jetzt unter Atemwegsproblemen, die von Dieselausdünstungen verursacht werden. Wenn sie durch einen giftigen Ölteppich auftauchen, um Luft zu holen, führt die Verstopfung der Atemwege oft zum Tod der Wale”sagt Stephan Lutter, WWF Experte für Meeresschutz.
Die Schäden für Bevölkerung und Tierwelt in der gesamten Küstenregion Faux Cap sind nach WWF Einschätzung besorgniserregend und beeinträchtigen das Ökosystem vermutlich langfristig. Zunehmende Eutrophierung und Veränderungen in der Nahrungskette, lassen sich bereits feststellen. “Der aus dem Wrack
ausgetretende Phosphor wirkt wie Dünger, führt zu einem Algen-Boom und entzieht den betroffenen Gewässern Sauerstoff. Als Resultat könnten einige Fischarten und Mollusken verschwinden” so Stephan Lutter. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung, denn 25 – 40 % der Menschen in der Region erwirtschaften ihren Lebensunterhalt durch Fischerei und leiden bereits jetzt unter einem dreimonatigen Fischereiverbot.
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EU-PLÄNE SIND GEFAHR FÜR DIE LETZTEN GROSSEN AUENLANDSCHAFTEN ZENTRALEUROPAS. / FINALER TODESSTOSS FÜR GRÜNE DONAU: BIS ZU 200 INSELN DROHEN ZU VERSCHWINDEN.
Über 1000 Kilometer der Donau sollen nach den Plänen der EU für die Schifffahrt ausgebaggert, reguliert oder gestaut werden. “Aus einem grünen Flusskorridor quer durch Europa soll eine begradigter Schiffs-Highway werden”, warnt Dorothea August vom WWF anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Donau-Kartenatlas. Nach der Auswertung von Sattelitenaufnahmen und historischem Kartenmaterial kommt der WWF zu dem Ergebnis, dass allein an der unteren Donau bereits 80 Prozent der ursprünglichen Auenlandschaften und Lebensräume zerstört wurden. Sollten die derzeitigen EU-Pläne umgesetzt werden, würden weitere einmalige Naturreservate mit seltenen Tier- und Pflanzenarten vernichtet werden. Allein an der unteren Donau drohten bis zu 200 Inseln, die größte davon mit einer Fläche von 400 Hektar, durch die Pläne der europäischen Union als Lebensraum zu verschwinden.
“Die Umsetzung der EU-Pläne wären eine ökologisches Desaster für Zentral- und Osteuropa”, warnt WWF-Referentin Dorothea August. Gefährdet wären demnach mehrere internationale Großschutzgebiete, deren weltweite Bedeutung gleichbedeutend mit dem Amazonasgebiet oder der Serengeti sei. Von den Planungen
betroffen wären die Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen in Deutschland und große Abschnitte der Mittleren Donau in Ungarn, Kroatien und Serbien. Als “besonders gravierend” stuft der WWF die geplanten Ausbauten an der Unteren Donau in Rumänien und Bulgarien ein. Hier sollen ganze Seitenarme
abgetrennt, Uferbefestigungen geschaffen und das Flussbett durch Dämme und Schwellen verengt werden. Hinzu komme das regelmäßige Ausbaggern der Fahrrinne. “Der WWF befürchtet verheerende Folgen für die einmalige biologische Vielfalt der Region”, sagt Dorothea August. So könne etwa der Beluga-Störe dann nicht mehr flussaufwärts zu seinen Laichgebieten wandern. Auch Pelikane und zahlreiche seltene Vogelarten, Sumpfschildkröte und Fischotter seien bedroht.
Das EU-Ausbauprojekt ist nach Ansicht des WWF die Fortführung einer umweltfeindlichen Ausbaupolitik, die bereits vor 1990 in den damaligen Ostblockstaaten ihren Ursprung hat. Alleine die Versuche, das gigantische Donau-Delta, mit einer Gesamtfläche von 4.178 Quadratkilometern, landwirtschaftlich nutzbar zu machen, vernichteten fast ein Fünftel der wertvollen Naturflächen. “Sollte die EU ihr Ausbauvorhaben tatsächlich umsetzen, wäre das der finale Todesstoß für die grüne Donau”, warnt Dorothea August.
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Ölteppich erstickt Artenvielfalt in Timorsee
WWF-EXPEDITION UNTERSUCHT ÖKOLOGISCHE SCHÄDEN AUSTRALIENS GRÖSSTER ÖL-KATASTROPHE
Mehr als zwei Millionen Liter Rohöl sind seit dem Bohrunfall auf einer australischen Förderplattform in der Timorsee bisher ausgetreten und bedrohen eine der artenreichsten marinen Ökoregionen Australiens. Eine dreitägige Forschungsexpedition des WWF in die Unglücksregion erfasste Hunderte von Delfinen, Seevögeln und Meersschildkröten inmitten des giftigen Ölteppichs 200 Kilometer vor der Küste. Innerhalb von zwei Monaten scheiterten
drei Versuche, das Leck an der Plattform zu schließen. Nach Schätzungen der Betreiber treten in der ökologisch sensiblen
Region weiterhin täglich ungehindert 300-400 Barrel Öl aus.
“Die Tierwelt dieser artenreichen Region stirbt schon jetzt, kritisch sind aber vor allem die langfristigen Schäden, die ein solch massiver und dauerhafter Ölaustritt verursacht” sagt Stephan Lutter, Experte für Meeresschutz des WWF. “Öl kann still und langsam töten, die Nachwirkungen der Exxon-Valdez Katastrophe sind noch heute zu erkennen.” In der untersuchten Region sind mindestens fünf Arten von Meeressäugern, 17 Seevogelarten und Meeresreptilien wie die vom Aussterben bedrohen Echten Karettschildkröten und australische Suppenschildkröte der tödlichen Gefahr ausgesetzt.
Der WWF warnte, dass die steigende Anzahl von Offshore Öl- und Gasförderungen in sensiblen Regionen wie der Timorsee ein unkalkulierbares Risiko für das marine Leben darstelle. Auch mit den aktuellen Erweiterungsplänen der Öl- und Gasförderung im Nord-Ost Atlantik und in der Barentssee sei eine gesteigerte
Unfallgefahr verbunden, die alle nordeuropäischen Anrainerstaaten betreffe. “In den hiesigen Konfliktzonen wie der Barentssee und der Norwegischen See muss Naturschutz Priorität vor kurzfristigen Förderinteressen bekommen, um industrielle Schäden am Ökosystem Meer zu vermeiden” sagte Stephan Lutter.
Entscheidend sei außerdem eine konsequente Einhaltung der bestehenden Vorschriften.
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Klimawandel im Internet
WWF UNTERSTÜTZT UNO UND GOOGLE EARTH BEI KLIMASCHUTZPROJEKT
Mit einem aufwendigen Internet-Projekt machen die UNO und Google
Earth ab sofort den Klimawandel greifbar. In zahlreichen animierten
Videotouren durch Google Earth erleben Internetnutzer, wie der
Klimawandel abläuft und was wir tun können, um die Erwärmung der
Erde zu stoppen. Zahlreiche 3D-Animationen, Videos und Fotos
illustrieren die Ursachen und Folgen des Klimawandels rund um den
Globus und zeigen konkrete Gegenmaßnahmen auf.
Der WWF ist ab heute mit einer virtuellen Tour “The Dams of
Sebangau” durch sein Klimaschutzprojekt im Nationalpark Sebangau
auf Borneo beteiligt. Neben dem WWF stellen weitere
Nichtregierungsorganisationen, Städte, Universitäten, Regierungen
und Firmen aus der ganzen Welt ihre Klimaschutzprojekte vor. Unter
den Sprechern der Touren finden sich auch viele prominente
Klimaschützer wieder. So konnte beispielsweise
Friedensnobelpreisträger Al Gore als Sprecher gewonnen werden.
“Die Touren sollen Klima- und Naturschutz anschaulich machen und
darüber hinaus einen direkten Kommunikationsweg zwischen
Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern herstellen”, so Benjamin
Kott von Google. “Wir freuen uns, dass der WWF mit seiner Tour
durch die Torfmoorwälder dabei ist, schließlich gehören sie zu
den größten Kohlenstoffspeichern der Erde”.
Der fünfminütige WWF-Beitrag mit einem Rundflug durch den
Nationalpark Sebangau auf Borneo veranschaulicht die Zerstörung der
Torfmoorwälder auf der indonesischen Insel, die damit verbundenen
Auswirkungen auf den Klimawandel und die Gegenmaßnahmen des WWF.
Torfmoorwälder wachsen auf mächtigen Torfschichten und speichern
bis zu 50-mal so viel Kohlenstoff wie eine gleich große Fläche
Regenwaldes ohne Torfboden. Ihre Zerstörung ist in Bezug auf den
Klimawandel eine tickende Zeitbombe.
Der WWF arbeitet im Nationalpark Sebangau zusammen mit der lokalen
Bevölkerung an der Wiedervernässung und Aufforstung der
Torfmoorwälder. So werden dort beispielsweise Dämme gebaut, um den
Grundwasserspiegel wieder anzuheben oder Wälder wieder
aufgeforstet. Im laufenden WWF-Projekt werden derzeit mehr als
50.000 Hektar Torfböden wieder vernässt. Es wird geschätzt, dass
sich daraus eine Emissionsreduktion von mehr als 1 Million Tonnen
CO2 pro Jahr ergibt.
“Noch nie wurde der Klimawandel so umfassend visualisiert”, so
WWF Geschäftsführer Eberhard Brandes. “Der Klimawandel ist für
viele Menschen noch immer sehr abstrakt. Die Google-Klimatouren
helfen, ihn zu verstehen und geben Anregungen, wie sich jeder
einzelne im Kampf gegen den Klimawandel engagieren kann.”
Bis zum Kopenhagener Klimagipfel im Dezember werden die
verschiedenen Touren gestaffelt online gestellt. Zusammen werden die
Touren dann allen Delegierten gezeigt. Zusätzlich zu Google Earth,
werden alle Touren auch bei Youtube auf dem Kanal “Raise your
voice” gezeigt. Hier können User sich die Touren ansehen sowie
auch ihre eignen Videos zum Thema Klimawandel beisteuern.
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Trotz Panzer in höchster Gefahr
WWF EMPFIEHLT DOKU-DRAMA ÜBER DIE REISE DER SCHILDKRÖTEN “TORTUGA” (KINOSTART 1. 10.)
Meeresschildkröten bevölkerten schon vor über 200 Millionen
Jahren die Ozeane der Erde. Die Dinosaurier haben sie überlebt, ob
sie die Plünderung der Meere durch rücksichtslose
Fischereimethoden überstehen, ist ungewiss. Der WWF schätzt, dass
jedes Jahr eine viertel Million Schildkröten an den Haken der
Langleinenfischerei verenden oder in den Netzen der industriellen
Fischerei grausam als so genannter Beifang ersticken.
Die Fischerei ist die größte Bedrohung für das Überleben der
Schildkröten, aber im Laufe ihres Lebens lauern auf die
faszinierenden Tiere noch andere Gefahren. Einige davon thematisiert
der Film “Tortuga”, der am 1. Oktober in Deutschland in die
Kinos kommt. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine
beeindruckende Reise einer “Caretta Caretta”, der so genannten
Unechten Karettschildkröte.
Die Tiere können über 50 Jahre alt und über zwei Zentner schwer
werden. Im Laufe ihres Lebens legen sie tausende Kilometer zurück
bis sie nach 25-35 Jahren zur Eiablage wieder an den Strand
zurückkehren, an dem sie einst geschlüpft sind.
Der Film zeigt in faszinierenden Bildern die Lebensgeschichte einer
weiblichen Meeresschildkröte und sensibilisiert die Zuschauer mit
aufregenden Bildern für die Zerbrechlichkeit des Lebensraums Meer.
“Den Machern des Films ist es gelungen, dass der Film trotz seiner
emotionalen Botschaft auf biologisch korrekten Fakten basiert, “so
Birgit Braun, Artenschutzreferentin beim WWF Deutschland. Die
Biologin ist von dem Doku-Drama beeindruckt: ” Der Film zieht die
Zuschauer mit seinen atemberaubenden Aufnahmen in den Bann und
zeigt, wie aufregend und spannend das Leben einer Meeresschildkröte
ist. Er ist ein eindringliches Plädoyer für den Erhalt unsere
Meere.”
“Tortuga – Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte”
ist ein Kinoerlebnis für die ganze Familie. Die Zuschauer leisten
mit ihrem Kinobesuch zugleich einen kleinen Beitrag zum Überleben
der tierischen Protagonisten. Zwei Cent von jeder Eintrittskarte
fließen an den WWF. Davon werden u.a. schonende Fischereimethoden
entwickelt. Dazu gehören z.B. so genannte Rundhaken. Sie sind
bereits seit einiger Zeit in der Langleinenfischerei im Einsatz.
Schildkröten können sich von diesen speziell gekrümmten
Angelhaken wieder befreien, Fische beißen hingegen weiter an. Auf
diese Art kann der Beifang um bis zu 90 Prozent verringert
werden.
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Fische statt Seevögel am Haken
WWF VERLEIHT INTERNATIONALEN PREIS FÜR FISCHEREI- METHODEN ZUR BEIFANGREDUZIERUNG
Der WWF gab heute die diesjährigen Gewinner des Internationalen
Wettbewerbs “Schlaue Netze” bekannt. Weltweit prämiert die
Umweltorganisation die Entwicklung von innovativen
Fischereimethoden, die Umweltschäden und unerwünschten Beifang
reduzieren. Der mit 30.000 US Dollar dotierte Preis geht in
diesem Jahr an ein australisches Wissenschaftler-Team. Ihre
Erfindung verringert den Beifang von Seevögeln in der küstennahen
Langleinenfischerei auf Thunfisch und Schwertfisch. Mit dem System
lassen sich die mit Ködern bestückten, mehrere hundert Meter
langen Fischerleinen erstmals tief unter der Wasseroberfläche
ausbringen. So verfangen sich Albatrosse und Sturmtaucher auf ihrer
Jagd nach den Ködern nicht mehr in den Haken. Bis zu 300.000
Seevögel fallen derzeit jährlich der Langleinen-Fischerei zum
Opfer.
“Es gibt weltweit viele ausgezeichnete Ideen für selektive
Fanggeräte, die helfen können, die Millionen Tonnen Beifang, die
jährlich aus den Meeren geholt werden, zu reduzieren – wichtig
ist, dass sie gefördert werden und Verbreitung finden.” sagt
Karoline Schacht, Fischerei-Expertin des WWF. “Der WWF-Wettbewerb
“Schlaue Netze” ist eine internationale Plattform für
innovative Ideen und hilft, die enormen negativen Auswirkungen des
Fischfangs auf praktische Weise einzudämmen.” Jedes Jahr gehen
Fischern Millionen Tonnen Meeressäuger, Seevögel und Fische, die
nicht der Zielart entsprechen, als ungewollter Beifang in die Netze,
der oft als Müll in Meer zurückgeworfen wird. Auch an den
Langleinen landen nicht nur Thunfische: Meeresschildkröten, Haie
und Seevögel schlucken einen der 20.000 Haken oder verfangen sich
in den Leinen und verenden qualvoll. Albatrosse sind von dieser
Fischereimethode besonders bedroht. 18 Albatross-Arten stehen auf
der Liste der bedrohten Arten, vier davon gelten als vom Aussterben
bedroht. Analysen des WWF haben ergeben, dass der weltweite
Fischfang rund 40 Prozent Beifang produziert.
Zwei weitere Preise im Wert von je 10.000 Euro gingen an zwei
Erfindungen die einerseits den Beifang in der Krabbenfischerei
drastisch verringern und andererseits die durch Fischtrawler auf dem
Meeresboden verursachten Schäden erheblich reduzieren und zudem
Treibstoff sparen. Für den Wettbewerb “Schlaue Netze”, den der
WWF zum fünften Mal durchgeführt hat, reichten 71 Teilnehmer aus
27 Ländern Vorschläge ein. Die Gewinner hat eine unabhängige Jury
aus Wissenschaftlern, Fischern, Ingenieuren, Vertretern der
Fischereiindustrie und der Umweltverbände ausgewählt.
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BREITE ALLIANZ VON NATURSCHUTZVERBÄNDEN FORDERT SCHUTZ DES ROTEN THUN
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gerät
aufgrund ihrer unentschlossenen Haltung zum Schutz des Roten
Thunfischs im Mittelmeer stark in die Kritik. In einem offenen Brief
forderten die Umweltstiftung WWF und zwölf weitere
Naturschutzorganisationen Ilse Aigner heute auf, den Antrag zur
Listung des Roten Thuns im Washingtoner Artenschutzübereinkommen
(CITES) auf EU-Ebene endlich zu unterstützen. Derzeit drohe das
Votum für ein weltweites Handelsverbot an ungeklärten Positionen
zwischen Fischerei- und Umweltministerium zu scheitern. Der Rote
Thun (auch Blauflossenthunfisch genannt) wird seit Jahrzehnten
überfischt, mittlerweile gilt er im Mittelmeer als vom Aussterben
bedroht.
“Wir erwarten, dass Deutschland sich aktiv und mit starker Stimme
für den Schutz des Königs der Meere ausspricht. Es wäre
skandalös, wenn dieser Schutzantrag aufgrund von Kompetenzdebatten
in der deutschen Politik und einer Stimmenthaltung scheitern
würde,” sagte Karoline Schacht, Fischerei-Expertin des WWF. Das
Fischereiministerium könne mit seiner Stimme verhindern, dass es
zur Auslöschung dieser Art kommt und den Weg ebnen für eine
zukunftsfähige und nachhaltige Fischerei auf Roten Thun. Dieser
Verantwortlichkeit gegenüber der Artenvielfalt und kommenden
Generationen von Fischern gelte es auch in Zeiten des Wahlkampfs
gerecht zu werden.
Der offene Brief der Naturschutzverbände kritisiert die momentane
Position Deutschlands bei der europaweiten Abstimmung über ein
internationales temporäres Handelsverbot für den Roten Thun:
“Weil aber die Enthaltung Deutschlands letztendlich der der
Thunfischindustrie in die Hände spielt und das Überleben dieser
Art gefährdet, ist eine aktive Unterstützung der CITES-Listung
dringend notwendig. Nur ein Handelsverbot gewähre dem Roten Thun
eine Chance auf Erholung und sei nötig, da das bisherige
Fischereimanagement versagt habe.
Das Fürstentum Monaco legte im Juli 2009 den Schutzantrag für Roten
Thun zur Abstimmung in der EU vor. Seitdem ist es ausdrücklich
unterstützt worden von Großbritannien, den Niederlanden,
Österreich, Polen und sogar Frankreich als der größten
Thunfisch-Fangnation Europas. Auch das deutsche
Bundesumweltministerium hat Unterstützung signalisiert, ist aber in
der finalen Abstimmung auf eine gemeinsame Regierungsposition
angewiesen.
Als größter Gegner eines Handelsverbots nach CITES gelten Spanien,
Malta und Japan. Nach Ansicht der Umweltverbände gründet die
ablehnende Haltung auf kommerziellen Interessen: “Der
Internationale Handel von Rotem Thun und die Überfischung dieser
Art sind sehr eng miteinander verknüpft, der weitaus größte Teil
des weltweiten Fangs geht nach Japan.” Wissenschaftliche
Untersuchungen sähen die beantragte Listung im Artenschutzabkommen
durch die innerhalb von zehn Jahren um 74 Prozent eingebrochenen
Bestandszahlen und die geringe Fortpflanzungsrate der Art
gerechtfertigt.
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Wenn Wasser auf Reisen geht
PIPELINES, TALSPERREN UND FLUSSREGULIERUNGEN: WWF KRITISIERT SOZIALE UND ÖKOLOGISCHE FOLGEN / WASSERTRANSFER-PROJEKTE WIRTSCHAFTLICH FRAGWÜRDIG
Barcelona bekommt per Schiffsladung Wasser aus
Südfrankreich. In Südafrika trocknet eine ganze Region aus, um
weit entfernte Industriegebiete mit dem kostbaren Nass zu versorgen.
Und in China wird Wasser über 1400 km von Süden nach Norden
geleitet, um ein Defizit von 52 km³ pro Jahr auszugleichen.-
Wassertransferprojekte gelten als “Allheilmittel” zur Deckung
eines steigenden Bedarfs, für eine Förderung des
Wirtschaftswachstums oder zur Armutsbekämpfung. Doch nach einer
aktuellen WWF-Analyse, die im Rahmen der Weltwasserwoche in
Stockholm vorgestellt wurde, sind die teuren Mega-Projekte oftmals
wirtschaftlich fragwürdig und meist mit enormen sozialen und
ökologischen Auswirkungen verbunden.
“Wassertransfer-Projekte sind nicht die Lösung des Problems von
Wasserknappkeit und steigender Nachfrage, sondern lediglich eine
technokratische Antwort darauf. Sie können angesichts ihrer enormen
Auswirkungen immer nur die letzte Option sein, wenn alle anderen
Alternativen versagen”, sagt Martin Geiger, Leiter Bereich
Süßwasser beim WWF Deutschland. Zunächst einmal müsse der
Wasserbedarf in der zu versorgenden Region verringert werden, etwa
durch die Optimierung von Bewässerungssystemen oder intelligente
Wasserwiederverwendung. Auch Entsalzungsanlagen können eine
kostengünstige und umweltverträgliche Alternative darstellen.
Der WWF hat für seine Analyse weltweit sieben geplante oder bereits
umgesetzte Vorhaben untersucht. So soll für geschätzte 2,9 bis 4,4
Milliarden Euro ein Mega-Projekt mit drei großen Talsperren in
Griechenland realisiert werden, verbunden mit dem Verlust wertvoller
Ökosysteme und der Zerstörung historischer Kulturgüter. Die
Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen beruht dabei allein auf dem
wasserintensiven und von der EU hoch subventionierten Baumwollanbau
in der 170 km entfernten Thessaly-Region. Spanien plant hingegen am
Fluss Tagus, dem bereits seit Ende der 1970er Jahre Wasser entnommen
wird, ein neues Großprojekt. Vornehmlich mit EU-Geldern soll dort
für über 270 Millionen Euro ein neues Transfersystem entstehen, um
die Region Castilla-La Mancha mit Wasser zu versorgen. Und das,
obwohl die Auswirkungen am Tagus bereits heute enorm sind:
Beständig sinkende Pegelstände setzen Ufervegetation und
Wasserqualität zu; zahlreiche, seltene Fischarten sind in ihrem
Bestand bedroht. Hinzu kommt, dass der bereits existierende Transfer
nicht einmal annähernd die Erwartungen erfüllt hat.
Hintergrund: Wassertransfer-Projekte sind kein Phänomen der Moderne
und bereits aus dem Altertum bekannt. Doch allein in der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden mehr als 350 große
Wassertransfer-Projekte, durch die jährlich rund 400 Mrd. m³
Wasser umgeleitet wird. Bis 2020 soll sich diese Zahl verdoppeln
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INVASIVE ARTEN VERURSACHEN WELTWEIT SCHÄDEN IN MILLIARDENHÖHE.
WOLLHANDKRABBE UND RIPPENQUALLE DRINGEN NACH DEUTSCHLAND VOR.
Nach einem Bericht der Umweltstiftung WWF reisen in
Ballastwassertanks von Schiffen jeden Tag 7000 Arten rund um den
Globus und dringen in Ökosystem ein, die den Neuankömmlingen
mangels natürlicher Feinde schutzlos ausgeliefert sind. Dabei
verursachen die tierischen Globetrotter Schäden von jährlich fast
36 Milliarden Euro. Vor allem die Fischerei, aber auch
Wasserversorger und Hafenbetreiber leiden unter den invasiven Arten,
die das ökologische Gleichgewicht außer Kraft setzen. Trotzdem ist
ein internationales Abkommen gegen die unsachgemäße Entsorgung von
Ballastwasser noch immer nicht ratifiziert.
“Die stille Invasion im Schatten der internationalen Schifffahrt
muss gestoppt werden”, fordert Karoline Schacht, vom
Internationalen WWF-Zentrum für Meeresschutz in Hamburg. “Auch
hier in Deutschland treiben invasive Arten längst ihr kostspieliges
Unwesen.” So siedelte sich die Nordamerikanische Rippenqualle, die
im Schwarzen Meer Sardelle und Sprotte bereits nahezu ausgerottet
hat, auch in Nord- und Ostsee an. Mit unkalkulierbaren Risiken für
die heimische Fischerei. Auch die Chinesische Wollhandkrabbe fühlt
sich in Europa wohl. Sie zerstörte alleine in Deutschland
Flussufer, Fischereiausrüstung und industrielle Infrastruktur im
Schätzwert von 80 Millionen Euro. Dank der modernen Schifffahrt
breiten sich auch die Schwebegarnelen mit rasanter Geschwindigkeit
in Deutschland aus. Riesige Schwärme mit Millionen von Einzeltieren
wurden in Rhein, Main und Bodensee gesichtet.
Weltweit wurden bereits in 84 Prozent der 232 marinen Ökosysteme
Invasoren gefunden. Dabei gibt es längst kostengünstige
Technologien mit denen die Ausbreitung von Arten über das
Ballastwasser vermieden werden könnte. Diese fänden jedoch viel zu
selten Anwendung und auch im politischen Bereich ignoriere man das
Problem, so der WWF. Von den zehn weltweit führenden
Schifffahrtsnationen hat bisher nur Liberia eine Convention
unterzeichnet, die Richtlinien und Standards für die effektive
Kontrolle und Reinigung von Ballastwasser vorschreibt. “Seit fünf
Jahren liegt das internationale Abkommen auf Eis. Die
verantwortlichen Staaten müssen die Konvention jetzt endlich
unterzeichnen und den Invasoren Einhalt gebieten”, sagt Karoline
Schacht. Allen voran sei Spitzenreiter Panama gefordert, aber auch
die EU-Mitgliedsländer Griechenland und Malta sieht der WWF in der
Pflicht endlich zu handeln.
Hintergrund: Rund 90 Prozent der Welthandelsgüter werden per Schiff
transportiert. Die internationale Schifffahrt ist daher einer der
Hauptausbreitungswege für fremde Arten. Meist reisen sie in den
Ballastwassertanks der Schiffe mit. Ballastwasser dient zur
Stabilisierung der großen Frachter bei Leerfahrten.

WWF fordert Verkaufsstopp für “Sushi-Tunfisch”
POPULATION IM MITTELMEER DROHT BIS 2012 AUSZUSTERBEN. SUSHI-MEISTER SOLLEN AUF ROTEN TUNFISCH VERZICHTEN.
Umweltschutzorganisation WWF eine europaweite Schutzkampagne.
Händler, Restaurants, Verbraucher und – vor allem -
Sushi-Meister sollten zumindest solange auf die begehrte Delikatesse
verzichten, bis sich die Bestände wieder erholt hätten. Nach
WWF-Angaben wird derzeit noch immer viermal mehr Blauflossentunfisch
gefangen, als nachhaltig wäre. Wenn sich an der Fischereipraxis
nichts ändere, könnte die fortpflanzungsfähige Population nach
WWF-Untersuchungen bis zum Jahr 2012 aus dem Mittelmeer verschwunden
sein. In Deutschland sind es vor allem die Sushi-Bars, die den
Blauflossentunfisch (auch Roter Tunfisch genannt) als Delikatesse
servieren.
“Bei Fisch kommt es eben leider nicht mehr nur auf Geschmack und
Qualität an, sondern auch auf Nachhaltigkeit”, sagt Karoline
Schacht. “Die Sushi-Meister in Deutschland sollten mit gutem
Beispiel vorangehen und durch ihren Verzicht dabei helfen, den
Blauflossentunfisch zu retten.” Wer zukünftig auf diese
Delikatesse nicht verzichten wolle, habe jetzt keine andere Wahl
mehr, als sich in Abstinenz zu üben. Eine Vorreiterrolle hat der
deutsche Fernseh-Koch Steffen Henssler übernommen. Henssler,
bekannt für seine außergewöhnlichen Seafood-Kreationen,
verzichtet bei TV-Auftritten und in seinen Restaurants komplett auf
die Zubereitung von Blauflossentunfisch.
Der WWF hat in der Vergangenheit wiederholt einen Fangstopp im
Mittelmeer gefordert. In den letzten 50 Jahren war die Population um
etwa 75 Prozent eingebrochen. Bestandsuntersuchungen sehen die
fortpflanzungsfähige Population akut in ihrer Existenz gefährdet.
Nach dem Jahr 2012 droht so die unwiederbringliche Ausrottung der
Tunfische im Mittelmeer. Als erster Staat der Erde hat das
Fürstentum Monaco reagiert. Der Mittelmeeranrainer hat sich im
April 2009 öffentlich dazu bekannt, keinen Blauflossentunfisch mehr
zu verkaufen. Alle Restaurants, Einzelhändler und Chefköche haben
die bedrohte Art vorerst aus ihren Regalen und von ihren
Speisekarten genommen.
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ANERKENNUNG DES WATTENMEERES ALS UNESCO-WELTNATURERBE.
WWF: “NIEMAND BRAUCHT ÖL AUS DEM WATT.”
Bei der jährlichen Sitzung des Welterbe-Komitees der
UNESCO im spanischen Sevilla fiel heute die Entscheidung: Das
Wattenmeer an der Nordseeküste wurde als Weltnaturerbe anerkannt.
Damit steht der einmalige Naturraum zukünftig auf einer Stufe mit
den Galapagos-Inseln, dem Grand-Canyon-Nationalpark oder dem
australischen Great Barrier Reef. Mit dieser vom WWF unterstützten
Anerkennung ist auch eine Verantwortung zur dauerhaften Erhaltung
verbunden. “Der WWF erwartet von Politik und Industrie, allen
voran der Ölindustrie, dass sie die Anerkennung als Weltnaturerbe
respektiert und auf jeden Bergbau im Wattenmeer verzichtet”, sagt
Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-Wattenmeerprojekts. “Niemand
braucht ausgerechnet Öl aus dem geschützten Watt.” Die Industrie
müsse aufhören, sich immer neue Ausnahmen für missbräuchliche
Nutzungen im Nationalpark zu erstreiten und auf jede Ausweitung der
Ölförderung verzichten.
Eine weitere Gefahr für das Weltnaturerbe Wattenmeer stellt nach
WWF-Angaben der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des
Meeresspiegels dar. Dieser könne in der flachen Landschaft der
Nordseeküste besonders schwere Auswirkungen für Mensch und Natur
haben. Wattflächen und Salzwiesen drohen dauerhaft überflutet zu
werden, auch Inseln könnten dann in Gefahr geraten. In begrenztem
Umfang ist nach WWF-Einschätzung eine Anpassung jedoch noch
möglich. So könne etwa durch Ablagerung von Schlick und Sand das
Watt mit dem Meeresspiegel mitwachsen. “Die immer höher werdenden
Investitionen für den Küstenschutz müssen auch so eingesetzt
werden, dass die natürliche Anpassung an den Meeresspiegelanstieg
gefördert wird. Das ist unsere einzige Möglichkeit die einmalige
Küstenlandschaft an der Nordsee auch langfristig zu erhalten”,
sagt Hans-Ulrich Rösner.
Für die Umweltschützer ist es außerdem ein besonderer
Wermutstropfen, dass nur der größte Teil des deutschen sowie das
niederländische Wattenmeer den Titel Weltnaturerbe erhalten haben.
Der WWF hofft, dass Dänemark und das Bundesland Hamburg nun so bald
wie möglich einen entsprechenden Antrag bei der UNESCO stellen und
sich mit ihren Wattgebieten anschließen. Ziel sollte sein, dass der
gesamte Watt-Raum zu einem gemeinsamen Weltnaturerbe wird. Dies
helfe nicht nur bei der Bewahrung des einmaligen Ökosystems,
sondern nütze auch den Anwohnern, schließlich profitiert vor allem
der Tourismus von einer intakten Natur und von der Auszeichnung als
Weltnaturerbe.

IN 2008 WELTWEIT ÜBER 1500 WALE ERLEGT.
WWF KRITISIERT STIMMENKAUF DURCH JAPAN
Walfangkommission (IWC) auf Madeira, fordert die
Umweltschutzorganisation WWF ein Ende des sogenannten
“Wissenschaftlichen Walfangs”. Nach Angaben der
Umweltschutzorganisation erlegte die japanische Walfangflotte im
vergangenen Jahr unter fadenscheinigem, wissenschaftlichem Vorwand
über 900 Wale, darunter auch bedrohte Arten wie Sei- und Finnwale.
“Viele Walpopulationen stehen als Folge der intensiven Bejagung
der vergangenen zwei Jahrhunderte noch immer am Abgrund. Ihr
Überlebenskampf wird durch den unnötigen Anachronismus des
wissenschaftlichen Walfangs nur noch weiter verschärft”, warnt
WWF-Experte Volker Homes. Wer die Meeressäugetiere studieren und
wirklich wissenschaftlich untersuchen wolle, der müsse sie nicht
töten. Ingesamt wurden in der vergangenen Jagdsaison von Norwegen,
Island und Japan über 1500 Wale erlegt, obwohl es seit 1986 einen
weltweiten Fangstopp (Moratorium) auf alle Großwalarten gibt. Hinzu
kommen jedes Jahr hunderttausende Delphine, Tümmler und Wale, die
in Fischernetzen ertrinken oder bei Schiffskollisionen ums Leben
kommen. Auch die Folgen des Klimawandels setzen einigen Walarten zu,
da sie durch eine globale Erwärmung ihre polaren Lebensräume und
Rückzugsgebiete zu verlieren drohen.
Der WWF kritisiert, dass bereits seit vielen Jahren auf den Tagungen
der IWC hauptsächlich um Mehrheiten geschachert wird. Dabei haben
die Walfangbefürworter in der Vergangenheit an Rückhalt gewonnen.
Allerdings hat Japan bereits vor einigen Jahren öffentlich
zugegeben, Entwicklungsländern Geld zu bieten, damit sie in die IWC
eintreten und dort im Sinne des Walfangs stimmen, obwohl sie daran
eigentlich nicht interessiert sind. Inzwischen haben Gegner und
Befürworter einen nahezu identischen Stimmenanteil. “Die
inhaltliche Arbeit ist in den letzten Jahren durch die Pattsituation
in der IWC fast vollständig zum Erliegen gekommen”, kritisiert
Volker Homes. “Die Ächtung des wissenschaftlichen Walfangs wurde
durch die gekauften Stimmen bisher stets verhindert.”
Der WWF fordert neben einem Ende des sogenannten wissenschaftlichen
Walfangs ein Verbot der Waljagd in Meeresschutzgebieten, wie etwa
der Südpolarregion. Außerdem dürften keine bedrohten Arten mehr
erlegt werden. “Die Bundesregierung muss sich für eine Reform der
IWC einsetzen und sich darum bemühen, Lösungen für die Probleme
der Wale und Delphine zu finden”, fordert Volker Homes.
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Walfang ist ökonomischer Unsinn
NORWEGEN UND JAPAN SUBVENTIONIEREN WALJAGD MIT STEUERMITTELN.
ENDE DES INTERNATIONALEN WALFANGS GEFORDERT.
Die Regierungen von Norwegen und Japan subventionieren die
umstrittene Jagd auf Wale mit Steuergeldern. Das ergab eine aktuelle
Studie der Umweltschutzorganisation WWF in Zusammenarbeit mit der
Whale & Dolphin Conservation Society (WDCS). Demnach ist das Jagen
und Töten von Walen ein unprofitabler und defizitärer
Industriezweig. “In Zeiten der globalen Wirtschaftskrise ist es
weder strategisch klug, noch nachhaltig, wertvolle Steuergelder für
eine Branche zu verschwenden, die aus eigener Kraft nicht
überlebensfähig ist”, sagt WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.
Trotz des Moratoriums und dem weitgehenden Verbot von kommerziellem
Walfang erlegen Japan und Norwegen jährlich rund 1500 der großen
Meeressäuger.
Dabei betrug in Norwegen die staatlichen Förderungen fast die
Hälfte des Bruttowerts, den die Fischerei-Handelsorganisation
Rafisklaget durch den Absatz von Walfleisch erwirtschaftet hat.
Ökonomisch ähnlich schlecht steht es um die Walfangflotte der
Japaner: Die Regierung in Tokio hat allein in der Saison 2008/2009
rund 12 Millionen US-Dollar an Steuergeldern in die umstrittene Jagd
gepumpt um eine ausgeglichene Bilanz zu erzielen. Insgesamt beliefen
sich die japanischen Subventionen der vergangenen zwanzig Jahre auf
164 Millionen US-Dollar. Demgegenüber steht eine sinkende
Nachfrage: So fiel der Preis pro Kilogramm Walfleisch in Japan von
30 US-Dollar im Jahr 1994 auf rund 16 US-Dollar im Jahr 2006. Hinzu
kommen negative Auswirkungen wie etwa Handelsboykotte oder Schäden
für den Tourismussektor. “Japan und Norwegen verschwenden
Millionen von Steuergeldern, um aus einer Trotzhaltung Wale zu
jagen. Damit schaden sie zugleich einer zunehmend profitablen
Einnahmequelle, der sanften Nutzung von Walen durch deren
Beobachtung.” sagt Nicolaus Entrup, Geschäftsführer der WDCS
Deutschland. Anlässlich der kommenden Montag beginnenden Tagung der
Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira fordern WWF und
WDCS ein Ende der Jagd auf Wale.
Die Studie des unabhängigen Wirtschaftsinstituts “eftec” im
Auftrag des WWF und der WDCS analysierte die direkten und indirekten
Kosten, die mit dem Walfang und der Verarbeitung und Vermarktung von
Walprodukten in Verbindung stehen.
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Kommt der Dorsch zurück?
WISSENSCHAFTLER VERMELDEN EINE LEICHTE BESTANDSERHOLUNG. / WWF FORDERT UNNACHGIEBIGEN KAMPF GEGEN ILLEGALE FISCHEREI.
Hamburg Nach Angaben von Wissenschaftlern hat sich der
Dorsch-Bestand in der Ostsee leicht erholt. Der WWF sieht darin
einen ersten Beweis, dass Managementpläne und niedrigere Fangquoten
endlich greifen. “Es gibt keine Garantie, dass sich die
Dorsch-Population in der Ostsee auch weiterhin positiv entwickelt.
Der Beifang von Jungfischen und die illegale Fischerei müssen
weiter reduziert werden,” warnt WWF-Fischereireferentin Heike
Vesper. Die Politik müsse sich deshalb unbedingt an die
wissenschaftlichen Empfehlungen halten und dürfe die Fangquoten
nicht unverhältnismäßig anheben.
In seinem aktuellen Bericht empfiehlt der Internationale Rat zur
Erforschung der Meere (ICES), den Vorgaben des vereinbarten
EU-Managementplans weiterhin streng zu folgen. Durch die gute
Entwicklung können die Fangquoten um 15 Prozent für den östlichen
Dorsch-Bestand erhöht werden. Außerdem kann aufgrund des positiven
Trends erstmals auch in der westlichen Ostsee wieder etwas mehr
Dorsch gefangen werden. “Wir müssen dem Ostsee-Dorsch weiterhin
Zeit geben, sich von der rücksichtslosen Ausbeutung vergangener
Dekaden zu erholen”, sagt Heike Vesper. “Wer jetzt die
Fangquoten drastisch erhöht, der riskiert einen Kollaps der sich
gerade leicht erholenden Bestände.” Nach Meinung des WWF müssen
dringend die Fangtechniken verändert werden, um die Jungtiere zu
schützen. Es wird geschätzt, dass in der Schleppnetzfischerei nach
Dorsch in der Ostsee etwa 28 Prozent des Fangs wieder über Bord
gehen.
Die Wissenschaftler selbst weisen auf die großen Unsicherheiten in
ihrer Vorhersage für die Entwicklung des Dorschbestandes hin. Für
die Berechnungen wurde von minimalen Beifängen und einer sehr
geringen illegalen Fischerei ausgegangen. So haben dem WWF zufolge
in den vergangenen Jahren viele Ostsee-Anrainerstaaten 32 bis 45
Prozent mehr Dorsch gefischt als nach EU-Gesetzen erlaubt. Nach
offiziellen Angaben der Mitgliedsländer ist diese Quote zwar auf
sechs Prozent zurückgegangen, doch die Unsicherheit über die
tatsächliche Größe der illegalen Aktivitäten ist groß. “Der
Kampf gegen gesetzeslose Fischer muss mit unverminderter Härte
fortgesetzt werden”, fordert WWF-Expertin Vesper. “Auch
EU-Staaten, die geltende Fangquoten und Managementpläne
unterlaufen, dürften nicht ohne Sanktionen davonkommen.” Zuletzt
hatten 2007 polnische Fischer mit der Rückendeckung der Regierung
in Warschau, illegal Dorsch gefangen und damit gegen geltendes
EU-Gesetz verstoßen.
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KREUZFAHRT-REEDEREIEN WOLLEN AUF UNSACHGEMÄSSE ABWASSERENTSORGUNG VERZICHTEN. / WWF SIEHT HAFENBETREIBER IN DER PFLICHT.
Frankfurt – Der WWF begrüßt die Ankündigung des Europäischen
Kreuzfahrtschiffverbands (ECC), zukünftig keine Schiffsabwässer
mehr in der Ostsee entsorgen zu wollen. “Der WWF hat stets davor
gewarnt, dass die Ostsee zu einem Schiffsklo verkommt. Wir freuen
uns, dass die Kreuzfahrt-Reedereien unseren Forderungen endlich
nachkommen wollen”, sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros
in Stralsund. In einer Mitteilung des ECC heißt es dazu, man wolle
die unsachgemäßen und umweltschädlichen Entsorgung von Abwässern
auf hoher See einstellen, wenn die Ostseehäfen zukünftig adäquate
Entsorgungsmöglichkeiten anbieten, ohne dafür noch einmal
zusätzliche Abwassergebühren zu erheben.
“Jetzt müssen die Hafenbetreiber endlich für die nötige
Anbindung der Häfen an die Kläranlagen sorgen”, sagt Jochen
Lamp. Auch in Deutschland herrsche auf diesem Gebiet noch
Nachholbedarf. So hat der Rostocker Hafen bisher keine Anlegeplätze
mit entsprechendem Anschluss an das Abwassersystem eingerichtet.
Dort sei nur eine Entsorgung mit Hilfe von Tanklastwagen möglich,
was mehrere Tage in Anspruch nehmen würde. In Kiel gibt es zwar die
entsprechenden Anlagen, doch für die sachgerechte Entsorgung muss
eine zusätzliche Gebühr entrichtet werden. Als vorbildlich lobt
der WWF die Häfen in Stockholm und Helsinki.
“Bald wird hoffentlich überhaupt keine unappetitliche Dreckbrühe
mehr in die Ostsee eingeleitet werden. Und das ist auch dringend
notwendig. Jeder Fortschritt im Kampf gegen die Überdüngung ist
wichtig, um die Bildung von Todeszonen zu verhindern”, freut sich
Jochen Lamp vom WWF. Nach Angaben der Umweltstiftung waren in der
Vergangenheit jedes Jahr bis zu 100 Millionen Klospülungen sowie
große Mengen Schmutzwasser von Kreuzfahrt- und Fährschiffen in die
Ostsee gelangt. Durch diese enormen Nährstoffeinträge bilden sich
Algen und sauerstoffarme Todeszonen am Meeresboden. 70.0000
Quadratkilometer Meeresboden seien von diesem Phänomen dauerhaft
betroffen.
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WWF FORDERT BREITES BÜNDNIS FÜR UMWELTSCHONENDE UND ZUKUNFTSFÄHIGE FISCHEREI.
Hamburg – Schwindende Fischressourcen und immer engere, politische
Rahmenbedingungen bedrohen nach Einschätzung der Umweltstiftung WWF
die deutsche Fischerei in ihrer Existenz. Zudem soll auf dem für
Deutschland besonders bedeutenden niederländischen Markt ab 2011
nur noch nachhaltig zertifizierter Fisch verkauft werden. Auch in
der Bundesrepublik haben Unternehmen reagiert und wie die
Handelskette EDEKA eine Umstellung ihres Fischsortiments
beschlossen. Doch auf die neuen Herausforderungen sei die deutsche
Fischerei nicht ausreichend vorbereitet, befürchtet der WWF.
Nachhaltige Fangmethoden müssten beispielsweise stärker als bisher
zum Einsatz kommen. “Der WWF sieht sich als ein Partner für eine
nachhaltige Fischindustrie und kann den Fischern bei den anstehenden
Reformen zur Seite stehen”, sagt WWF-Referentin Karoline Schacht.
Als ersten Schritt stellt die Umweltstiftung einen Katalog mit
umweltschonenden und Beifang reduzierenden Fangmethoden vor, die
andernorts bereits erfolgreich eingesetzt werden.
Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Plattfischfischerei, die
besonders viel Beifang produziert und einen enormen technischen
Nachholbedarf aufweise, so der WWF. “Scholle, Seezunge und andere
können deutlich umweltschonender gefangen werden”, sagt Karoline
Schacht. “Die qualitativen Verbesserungen in der Fischereitechnik
müssen nun auf breiter Basis zur Anwendung kommen.” Ein gutes
Beispiel sei die Möglichkeit, beim Schollenfang auf
Wasserstrahltechnik statt auf schwere Scheuchketten
zurückzugreifen.
Zum Ende der Beifang-Kampagne des WWF sprach sich Fischereiexpertin
Schacht ausdrücklich dafür aus, mit der Veröffentlichung des
Katalogs in eine Phase der verstärkten Zusammenarbeit mit der
deutschen Fischerei zu starten. “In anderen Ländern, wie etwa den
Niederlanden oder Großbritannien, arbeitet der WWF intensiv und
erfolgreich mit der Fischerei zusammen”, sagt Karoline Schacht.
Sie hoffe, dass dies auch bald in Deutschland möglich sei.
“Umweltschutz ist nicht Gegner, sondern Verbündeter auf dem Weg
zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Fischerei.” Als
dringend notwendige Reaktion auf die anstehenden Herausforderungen
fordert der WWF ein breites Bündnis aus Politik, Wissenschaft,
Umweltverbänden, Handel und Fischereien.
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Habt ihr schon einmal an der Costa Brava getaucht? Begur, Tamariu, Llafranc, Calella de Palafrugell, Palamòs sind ein Begriff? Hier soll ein Marinepark entstehen und das spanische Umwelt-, Landwirtschafts- und Marineministerium hat eine Umfrage gestartet, die von den lokalen Tauchcentern der Region unterstützt werden soll. Besonders auch die Meinung ausländischer Taucher ist gefragt, weil es auch um Tourismus und damit um viel Kohle geht. Immer wieder kam es vor, dass Harpunier- wettbewerbe den Fischbestand an den tollen Riffen dieser Region stark dezimierten. Das Spannungsfeld Taucher/Harpunetties besteht nicht nur hier. Und nun ist unsere Meinung gefragt und wir sollten möglichst zahlreich und deutlich “Ja” zum grenzenlosen Tauchen und “Nein” zum Harpunieren sagen. Wer also in der Region schon einmal unterwegs war, bitte an der Umfrage unbedingt bis zum Wochenende teilnehmen.
Mehr Infos und den Fragebogen gibt’s hier =>






